Ratgeber

Sind auch Ergänzungen an meinem alten Möbel oder modernen Designermöbel möglich?

Ergänzungstechniken bzw. -methoden sollen zur Vervollständigung des Kunstwerks verlorengegangene bzw. beschädigte Bereiche am Mobiliar erneuern. Unter dem Begriff „Ergänzungen” versteht man in der Möbelrestaurierung die Erneuerung fehlender Teile, die größer oder kleiner sein können. Dabei geht es immer um die Ergänzung von Fehlstellen, egal ob es sich um Massiv- oder Furnierholz handelt.

Aufgabe des Holz- und Möbelrestaurators ist es, die Fehlstellen so zu schließen, dass der betroffene Bereich gesichert wird. Der materielle Verlust soll optisch zurückgedrängt werden, indem sich die Ergänzung in ihrem Aussehen, d. h. in Ihrer Farbigkeit und Struktur, möglichst passend einfügt. Darüber hinaus muss sie in Ihrer Dimension und in der gegebenen handwerklichen Oberflächengestaltung dem Umgebungsbereich angepasst werden. Nur durch eine fachlich korrekt ausgeführte Ergänzung kann schließlich mittels Farb- oder Lackretusche eine optische Integration erfolgen. Der Anspruch an die Ausführungsqualität einer Ergänzung ist damit sehr vielfältig. Mitunter kommt auch ein Belassen von Fehlstellen in Betracht.

Die Qualität der Ergänzungen stellt hohe Anforderungen an die fachliche Reife des Restaurators.

Schäden an antiken Möbeln:

Genau so individuell wie jedes historische Objekt sind auch die jeweiligen Schäden. Sie sind von vielen Faktoren abhängig wie beispielsweise vom Alter des Objektes, von der Nutzung, von Umwelteinflüssen oder von der Pflege. Es gibt einige „typische Grundschäden”, die bei alten Möbeln immer wieder zu beobachten sind.

Dazu gehören:

  • Schwundrisse – eine häufige Reaktion auf die meist zu hohen Raumtemperaturen bei trockener Luft
  • Ausbrüche – entstehen durch mechanische Einwirkung mittels Gebrauch
  • Konstruktionsschäden – lose oder geöffnete Holzverbindungen
  • Holzabrieb – häufig bei ungewachsten Schubladen – Holz reibt auf Holz
  • Ablösungen von Kleinteilen und Furnieren
  • Flecken – Ausbleichungen
  • Oberflächenschäden allgemein – entstehen durch fehlende oder falsche Pflege
  • Abnutzung von Funktionsgegenständen aus Metall (Schlösser, Scharniere etc.)
  • Metallkorrosion
  • nicht mehr originale Austausch-Teile / schlecht gemachte Holzergänzungen

Um die unterschiedlichen Schadensbilder beheben zu können, bedarf es entsprechender Kenntnis und des handwerklichen Know-How’s. Bei Holzergänzungen kommt es auf das exakt passende Holz an. Dichte, Struktur und Maserung müssen stimmen. Flecken im Holz lassen sich ohne Kenntnisse des Ursprungs nicht einfach mit universellen Reinigern entfernen. Eine unsachgemäße Entfernung kann das Gegenteil bewirken, Flecke vergrößern oder erst richtig hervorheben. Holzstaub, der durch Abrieb (Schubladen) entsteht, wird von Laien häufig als Bohrmehl vom „Holzwurm” fehlinterpretiert.

Bevor der Restaurator an die Schadensbehebung gehen kann, muss er die vielen Einzelfallfaktoren klären.